Nicht nur an Halloween
Schwarze Lebensmittels sind Trend: Vom Vulkansalz bis zum Black Detox Smoothie. Der Brotteig wird schwarz, wenn man ihm Pflanzenkohle beimischt. Perfekt für die Halloween-Party, zum Katerfrühstück oder einfach so.
Zopf, Weggli, Baguette, Gipfeli und Sandwichbrötchen sind Backwaren, die Schweizerinnen und Schweizer gerne und häufig geniessen. Zu einem ganz neuen Erlebnis werden sie aber, wenn sie schwarz auf dem Teller liegen. Nein, nicht verbrannt, sondern gebacken mit einem Mehl, das zwar grau ist, durch die Verarbeitung aber schwarz wird. «Die Rückmeldungen waren über Erwartung sehr erfreulich», sagt Dominic Meyerhans, seit 2015 Geschäftsführer der Meyerhans Mühlen in Weinfelden TG. Das ist nicht erstaunlich, denn ein schwarzes Gipfeli mit fast weissen Sesamkernen bestreut und ein schwarzes Sandwich mit hellem Käse sowie roten Tomaten ergeben ein zwar ungewohntes, aber spannendes Bild. Ebenso eindrücklich ist ein Zopf mit einem weissen und einem schwarzen Strang.
Einige Tonnen produziert
«Wir wollten für die Bäckernacht etwas Spezielles kreieren», erzählt Meyerhans. «Da ich im Ausland schwarzes Mehl kennengelernt hatte, kam uns dieses wie gerufen.» Kurzerhand suchten die Tüftler im eigenen Labor das richtige Mehl. Sie fanden in der EU auch die Pflanzenkohle, die den Teig schwarz macht und für den Einsatz in Lebensmittel zugelassen ist. Dann kam das richtige Mischungsverhältnis dazu, das eine schöne schwarze Farbe ergibt. «Nicht zuletzt mussten wir in der Produktion und Verpackung den richtigen Prozess etablieren, um die Verschleppung der Pflanzenkohle in andere Mehle zu vermeiden.» In der Zwischenzeit sind einige Tonnen des schwarzen Mehls produziert und in Backstuben verarbeitet worden. Dabei mussten die Bäcker allerdings Acht geben. Weil der Teigling schwarz ist, ist nicht ersichtlich, wann er fertig gebacken ist. «Es empfiehlt sich deshalb, im Ofen ein helles Referenzgebäck mitzubacken. So ist das Ende des Backprozesses erkennbar.»
Blick über die Grenzen
2015 wurde das schwarze Brot erstmals in Japan auf so genannten Street-Food Festivals gesichtet. Angefangen hat der Trend mit dem „Kuro-Burger“ (schwarzer Hamburger) welcher sogar in einer der grössten Fast Food Ketten verkauft wurde. Wie ein Lauffeuer verbreitete sich der Trend über unzählige Produkte und kam auch sehr schnell zu uns nach Europa. In Deutschland wurde das Produkt in einer bekannten Fast-Food-Kette getestet und erfolgreich vermarktet. Jetzt sind wir an der Reihe, denn schwarze Sandwiches finden Sie beispielsweise in grösseren Migros Filialen. Oder Sie beziehen das Bäckernachtmehl online und backen sich Ihr schwarzes Brot gleich selbst.