Fruchtbarer Boden für gutes Getreide
Fruchtbarer Boden, gutes Wetter und viel Arbeit – beim Getreideanbau muss alles stimmen.
Die Aussaat im Getreideanbau beginnt im Herbst; Hafer, Weizen und Gersten können je nach Sorte auch im Frühjahr ausgesät werden. Neben günstigen Witterungsbedingungen ist insbesondere der Standort für die Qualität der Ernte entscheidend. Der Bauer oder die Bäuerin muss für fruchtbaren Boden sorgen und dabei vor allem auf zwei Dinge achten:
- Ein biologisch aktiver Boden: Der Bauer und die Bäuerin müssen darauf achten, dass der Boden viele Klein- und Kleinstlebewesen enthält. Das sind Regenwürmer, Spinnen und Insekten, aber auch Bakterien und Pilze. All die Bodenlebewesen sorgen für mehr Nährstoffe im Boden – davon profitiert das Getreide.
- Die Fruchtfolge: Der Landwirt darf auf einer Parzelle nicht immer die gleiche Pflanze anbauen – so käme es zum Beispiel im Fall von Weizen zu mehr Pilzkrankheiten und Unkraut. Also muss er sorgfältig planen, in welcher Reihenfolge er welche Ackerkulturen anpflanzt. So wird der Boden regelmässig mit den notwendigen organischen Substanzen versorgt.
Vor der Aussaat: pflügen, eggen und düngen
Pflanzen keimen nur in weicher Erde. Der Boden muss deshalb gelockert, das heisst gepflügt oder geeggt werden. Beim Pflügen wird die oberste Erdschicht umgedreht. So werden Unkraut und Krankheiten bekämpft. Pflügen hat grosse Vorteile, wenn wenig oder keine Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden sollen. Eggen zerkleinert die groben Erdschollen zu einem feinen Saatbeet. Getreide kann heute dank modernen Maschinen auch direkt gesät werden. Das heisst, es wird vor der Saat weder gepflügt noch geeggt. Durch das Düngen werden dem Boden die nötigen Nährstoffe zugeführt.
Die Aussaat: Richtig viel und richtig tief
Von der Aussaat bis zur Ernte vergehen je nach Sorte fast zehn Monate. Winterweizen muss im Herbst gesät werden, weil er für das Schossen und die Ährenbildung einen Kälteschock braucht. Sommerweizensorten werden im Frühjahr ausgesät. Gesät wird heute mit modernen Maschinen. Die Körner werden in die Saatmaschine eingefüllt, die gewünschte Saatmenge und -tiefe wird eingestellt. Pro Quadratmeter werden etwa 400 Weizenkörner gesät.
So wächst das Getreide
Ist das Saatgut einmal im Boden, nimmt die Natur ihren Lauf.
- Ein bis zwei Wochen nach dem Aussäen der Saatkörner durchbricht ein farbloses Röhrchen, die Keimscheide, die Hülle des ausgesäten Korns.
- Im Innern der Keimscheide ist bald das erste Blatt zu entdecken.
- Die Keimwurzeln wachsen im Boden. Etwa ein Zentimeter unter der Bodenoberfläche wird der erste Knoten angelegt, aus dem mehrere Seitentriebe spriessen.
- Dann folgt das Schossen der Halme, das Herausschieben der Ähre und ihr Blühen.
- Später schwellen die Fruchtknoten, welche die Körner bilden, rasch an und nehmen Stärke, Eiweiss, Vitamine, Mineralien und Spurenelemente auf.
- Die Pflanze wird schliesslich gelblich und trocknet aus, bis das Getreide reif zur Ernte ist.
Fruchtbares Mittelland
Getreide kann grundsätzlich überall in der Schweiz bis etwa 1200 m ü. M. angebaut werden. Geeignet sind Gebiete mit mehr als 300 mm bis 800 mm Jahresniederschlag. In Hügel-und Berggebieten gedeiht Weizen weniger gut als Roggen, Dinkel und Gerste. Die Berg-und Voralpengebiete sind heute vorwiegend auf Vieh-und Alpwirtschaft ausgerichtet, während die fruchtbare Ackerbauzone im Mittelland – von Genf bis Schaffhausen – das Hauptanbaugebiet für Weizen, Gerste, Hafer und Mais bildet. Der Kanton Waadt gilt mit einem Viertel der gesamten Brotgetreidefläche der Schweiz nach wie vor als Kornkammer unseres Landes.
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