Ein Brot zu Ehren der heiligen Agatha
Die heilige Agatha, die «Gute» wird bereits seit frühchristlicher Zeit als Schutzpatronin gegen Feuer und Brand verehrt. Ihr zu Ehren wird jeweils am 5. Februar ein Agatha-Brot oder Agatha-Brötchen zum Weihen in die Kirche gebracht. In Schwyz kennt man vor allem Agatha-Ringli, ein Weissbrotgebäck in Ringform, das aus gesegnetem Mehl hergestellt wird.
Alte Erzählungen berichten, dass Agatha von Catania, im Jahre 225 auf Sizilien, als Tochter wohlhabender Eltern geboren wurde und schon in jungen Jahren ewige Jungfräulichkeit als gottgeweihte Jungfrau geschworen hatte. Daher lehnte sie den Heiratsantrag des Statthalters von Sizilien, Quintinianus, ab. Der war darüber sehr erzürnt und liess Agatha verschleppen, auf fürchterliche Art foltern und töten. Nur ein Jahr nach ihrem Tod, im Jahr 250, soll der Ätna ausgebrochen sein, aber der Lavastrom konnte mit dem Schleier der Heiligen gestoppt werden. Seither wird Agatha als Heilige verehrt und Brot, das den Agatha-Segen erhielt, soll Schutz vor Fieber und Krankheiten der Brust erbringen, aber auch gegen Heimweh und Feuer helfen.
Varianten des Agatha-Brots
Ein einzig gültiges Rezept des Agatha-Brots gibt es nicht. In den meisten Regionen handelt es sich beim Agatha-Brot um ein ganz normales Brot oder Brötchen, das gesegnet wird. Nur in wenigen Schweizer Regionen sind besondere Agatha-Brote zu finden: Zum Beispiel das Agatha-Ringli in der Innerschweiz und das bretzelförmige Agatha-Brot im freiburgischen Plaffeien. In Einsiedeln knetet man für das Agatha-Ringli einen Zopfteig und in Schwyz einen Mütschliteig. Für die Schwyzer Version formt man einen Teigstrang, bildet damit einen Kreis und fügt ihn an beiden Enden zusammen; die matte Oberfläche erhält vier Einschnitte. Das Einsiedler Ringli ist geflochten und glänz dank zweifachem Eianstrich.
Bäuerliche Bräuche
Trotz der Vielfalt an Agatha-Broten, die damit verbundenen Bräuche sind sich ähnlich: So dürfe man das Agatha-Brot nicht verschlingen und auch keine Brösmeli machen, weil es gesegnet sei. Ohnehin hängt man das Agatha-Brot besser auf, zumindest im Hauseingang. Dort soll es ein Jahr lang vor Feuersbrunst schützen, und ist das neue Brot gebacken und gesegnet, wirft man das alte nicht in den Abfall, sondern übergibt es den Flammen. So steht es jedenfalls im Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens. Und im Lexikon der Volksbräuche «Brauchtum in der Schweiz» ist beim Agatha-Brot zumindest «von einer noch vielerorts bekannten Form des Brotopfers» die Rede.
Wer sich stattdessen lieber an Bauernregeln erfreut, der soll am Agatha-Tag auf gutes Wetter hoffen. Denn: «An St. Agathe Sonnenschein, bringt recht viel Korn und Wein».