Artikel

Gute Vorsätze brauchen gutes Brot

Vollkorn statt Verzicht

Im Januar landet Brot oft als Erstes auf der Streichliste. Zu Unrecht, sagt Shirin Vanessa Lanz. Die Ernährungsberaterin aus Solothurn weiss: Vollkornbrot macht nicht dick – es macht satt, zufrieden und hält Heisshunger fern.

Marlies Keck

Die Szene kennt Shirin Vanessa Lanz nur zu gut: Menschen kommen in ihre Praxis, motiviert von ihren Neujahrsvorsätzen – und haben Brot bereits vom Speiseplan gestrichen. «Brot gilt plötzlich als Feind. Dabei ist genau das Gegenteil der Fall», sagt die Ernährungs-Psychologische Beraterin. «Wer bewusst das richtige Brot wählt, hat einen starken Partner für seine Ziele.» Die Frage ist also nicht, ob Brot – sondern welches. Und hier kommt Vollkornbrot ins Spiel.

Brot mit Sonnenblumenkernen
Vollkornbrot – die Ballaststoffe stecken in den Randschichten des Korns.

Was Ballaststoffe wirklich leisten

Vollkornbrot hat einen entscheidenden Vorteil: die Ballaststoffe. Sie stecken in den Randschichten des Korns – genau dort, wo beim Weissmehl die Schere ansetzt. Der Unterschied ist enorm: Während Vollkornbrot mit etwa 6 bis 8 Gramm Ballaststoffen pro 100 Gramm aufwartet, bringt es Weissbrot gerade mal auf 2 bis 3 Gramm.

«Von rund 224 Essentscheidungen pro Tag treffen wir nur etwa 24 bewusst», erklärt Lanz. «Deshalb lohnt es sich, beim Brot eine bewusste Wahl zu treffen – für Ballaststoffe, die dem Körper wirklich etwas bringen.» Denn die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene täglich mindestens 30 Gramm Ballaststoffe. Die meisten Menschen erreichen diese Menge nicht. Wer zu Vollkornbrot greift, kommt diesem Ziel automatisch näher.

Satt statt Heisshunger

Einer der grössten Vorteile von Ballaststoffen: Sie machen richtig satt. Im Magen binden sie Wasser und quellen auf. Das Volumen signalisiert dem Körper langanhaltend: Ich bin zufrieden.

Noch wichtiger: Die Fasern verzögern die Aufnahme der Kohlenhydrate ins Blut. Der Blutzuckerspiegel steigt langsam an und fällt sanft wieder ab. «Das ist der Schlüssel gegen Heisshunger», sagt Lanz. «Wer stabile Blutzuckerwerte hat, bleibt gelassen – und greift nicht ständig zu Snacks.»

Das macht Vollkornbrot zum idealen Begleiter für alle, die bewusster essen und ihr Gewicht im Blick behalten wollen. Wer länger satt ist, isst insgesamt weniger. Ganz ohne Verzicht.

Korb mit Sandwichs und Früchten
Vollkorn clever kombiniert – mit Protein und Gemüse wirds zur Power-Mahlzeit

Wellness für den Darm

Ballaststoffe sind aber mehr als nur Füllmaterial. Sie haben eine wichtige Aufgabe im Darm: Sie dienen den nützlichen Darmbakterien als Futter. Eine gesunde Darmflora beeinflusst unser Wohlbefinden – und stärkt sogar das Immunsystem, gerade jetzt im Winter. Zusätzlich erhöhen die Fasern das Stuhlvolumen und regen die Darmtätigkeit an. Das sorgt für eine regelmässige, reibungslose Verdauung.

Im Vollkorn steckt aber noch mehr: B-Vitamine für Energie und starke Nerven. Mineralstoffe wie Eisen, Magnesium und Zink für Muskeln, Knochen und Immunabwehr. Wer vitaler und fitter ins neue Jahr starten will, findet in Vollkornbrot aus Schweizer Getreide eine natürliche Nährstoffquelle.

Brotsack
Aus Schweizer Getreide, handwerklich gebacken – Qualität, die schmeckt.

Bewusst geniessen – so gelingt’s

«Keine Diät der Welt hilft langfristig, wenn wir auf Grundnahrungsmittel verzichten, die uns eigentlich guttun würden», sagt Lanz. Ihr Rat für die guten Vorsätze:

1. Wählen Sie bewusst: Greifen Sie zu Vollkornbrot oder dunklen Brotsorten mit hohem Ballaststoffanteil. Fragen Sie in Ihrer lokalen Bäckerei nach dem Vollkorngehalt.

2. Kombinieren Sie klug: Belegen Sie Ihr Brot mit magerem Protein – Hüttenkäse, magerer Schinken, Ei – und viel Gemüse. So wird die Brotscheibe zur Basis für eine nährstoffreiche Mahlzeit, die richtig satt macht.

3. Unterstützen Sie das Handwerk: Kaufen Sie Ihr Brot bewusst – und schauen Sie auf die Herkunft Schweiz. Hochwertig, handwerklich hergestellt, frisch. Das erhöht nicht nur den Genuss, sondern auch die Qualität für Ihre gesunde Ernährung.

Fazit: Brot ist Teil unserer traditionellen und gesunden Schweizer Esskultur. Geniessen Sie es – bewusst und mit allen seinen Vorteilen. Denn gute Vorsätze brauchen keine Verbote. Sie brauchen gute Entscheidungen.

Externes Bild
Shirin Vanessa Lanz

Shirin Vanessa Lanz ist diplomierte Ernährungs-Psychologische Beraterin IKP und Expertin für ganzheitliche Frauengesundheit. In ihrer Praxis in Solothurn begleitet sie Menschen dabei, eine entspannte Beziehung zum Essen zu entwickeln – ohne strenge Regeln oder Diäten. Ihr Ansatz verbindet naturheilkundliches Wissen mit schulmedizinischer Expertise. Mehr dazu shirinlanz.ch